Keine Angst, dies wird kein Werbeschreiben. Aber ja, es geht nicht um die Farbe, ja es geht um den Anbieter (die Anbieterin?) von Telekommunikation und Internet. Vor allem das Internet ist meine Brücke nach Hause, zu euch. Orange hat mir aber meine Simkarten gesperrt und ich wusste nicht warum. In Koutaba findet man alle zwanzig Meter einen Stand mit Simkarten, Guthabenkarten, keiner wusste warum meine Karten gesperrt sind. Die Email Adresse von Orange Support existiert nicht. Auch nach mehrmaligem senden, Adresse auf der Webseite studieren, vergleichen, sie blieb immer gleich, existierte immer noch nicht. Dann halt Hotline, nach Diversen, drücken sie die Taste 1,2,3,4, oder so, ein netter Herr, schlechter Empfang, aber ich durfte endlich mein Problem erfahren. Ich muss in einen Shop mit meinem Pass und mich verifizieren.
Heute sind wir 55 Kilometer, nach Bafoussam, zum Orange Shop gefahren. Vor dem Shop steht ein Zelt, das sassen etwa fünfzig Personen. Um in den Shop zu kommen, wurden wir mit einem Metalldetektor abgesucht, er hat gepiept und gepiept, ohne Konsequenzen. Dann war ich drinn. Warten. Leute kamen rein, wurden bedient. Warten. Endlich kommt ein wichtig aussehender Typ, will meine Handynummer und meinen Pass. Er tippt auf einem Handy herum. Warten. Ich werde aufgerufen, die Dame will meinen Pass, geht ihn kopieren, kommt zurück. Vorne auf die Kopie soll ich meine Handynummern schreiben und dreimal unterschreiben, häääh? Ich tus. Hinten soll ich einen Plan zeichnen, vom Ort wo ich wohne. Hilfe! Omar komm, zeichne, bitte! Omar zeichnet. Die Strasse, das Militäscamp, Koutaba Teyandi. Der Plan wird angenommen. Glück gehabt. Nun sollen wir raus, zur Verifizierung. Hääh? Draussen sitzt eine Dame unter dem einen Zelt und immer noch gegen fünfzig Leute in Reihen unter dem anderen Zelt. Zuerst hatte ich gedacht, die warten vielleicht auf einen Gottesdienst. Es war etwas ähnliches, Verifizierung. Warten? Zum ersten Mal seit ich hier bin, hat mir mein exotisches Aussehen geholfen. Ich wurde sofort verifiziert, der Auslöser für grossen Protest unter den Wartenden. Ich verstehe sie, aber ehrlich, ich war zu fest froh, dass ich nicht noch einmal Warten musste, dass ich mich dort unter dem Zelt nicht in die hinterste Reihe stellen musste, dass ich einfach verifiziert wurde. Die Frau unter dem kleineren Zelt fotografierte meinen Pass, den Plan wo ich wohne, für jede Nummer einmal und ich musste mit dem Finger auf ihrem Smartphone unterschreiben. Und jetzt? Warten. In etwa achtundvierzig Stunden sind meine Karten wieder aufgeschaltet. Nun soll ich den Service benoten. Der Service, das heisst die Menschen dort, haben ihre Arbeit gut gemacht. Aber der Ablauf, komplizierter geht nimmer. Und das ist hier überall so, du kannst nichts in einem Wisch erledigen, es sind immer mehrere Stationen und viel, viel Warten.

Zurück im Centre, war ich nur noch müde. Nach Orange waren wir noch auf der Bank. Was man da macht? Warten. Wir mussten Geld von einem Konto auf das Andere überweisen. Wie das geht? Zuerst hebst du das Geld ab. Du hast es in deiner Hand. Dann zahlst du das Geld wieder ein. Simpel, oder?

Jetzt sitze ich im Dunkeln. Seit ich zu Hause bin hat es keinen Strom, kein Wasser. Ein Sturm fegte durch Koutaba, die Luft war rot. Dann kam der Regen. Jetzt ist alles sauber, kühl und rein.

Morgen um sechs fahre ich los, Richtung Kribi. Es kann sein, dass ihr euch bis zu meiner Rückkehr gedulden müsst, vielleicht mache ich Blogferien. Ich weiss es noch nicht.







































