Die Geschichte beginnt in der Schweiz. Dänu erzählte mir, dass in der Wohnung in Koutaba eine ganz niedliche Maus lebe. Er habe sie regelmässig gefüttert. Dies veranlasste mich, Omar eine Email zu schreiben. Ich bat ihn, doch bitte eine Katze einzuladen, damit diese die Maus jagen kann. Er schrieb, das sei kein Problem, er werde die Maus jagen. Soweit so gut. Ich komme also in Koutaba an und Omar erzählt mir von der Mäusejagd. Sie sei nach draussen geflüchtet.
Die meisten von euch kennen meine Reaktion auf Mäuse – schnell auf den Tisch und nie mehr runter. In meiner Zeit alleine hier in der Wohnung, liess ich kein Körnchen Reis, nichts unverschlossen, alles mäusesicher weggesperrt. Ich habe sogar jeden Abend abgewaschen um die Maus nicht in Versuchung zu bringen meinen Teller auszuschlecken. Einmal putzte ich ein paar Mäusegägel weg, sind vielleicht noch von vor meiner Ankunft. Dem war aber nicht so. Als ich das Zimmer für Dänu putzte war es voll von Mäuseschissen. Ich war mir immer sicherer, dass die Maus, nach einem ausgiebigen Ausgang und dem Verschwinden der Mäusejäger wieder nach Hause kam.
Dann, die erste Nacht von Dänu und die Bestätigung. Die Maus wohnt in diesem Zimmer. Letzte Nacht konnte er sie rausjagen. Mit Tüchern und Flipflop verstopfte er die Türritzen. Aber diese Maus ist eine Kampfsau. Sie frass einfach ein Stück Flipflop weg und kam wieder rein. Am Morgen konnte er sie wieder rausjagen. Aber da waren noch ihre acht Kinder. Die packte er in eine Kartonkiste und brachte sie zum Militärcamp. Ein Teil der Jungen lebte in einem Plastiksack, die waren schnell verpackt.


Nun fehlt nur noch die Mutter. Aber für sie hat Dänu eine Eimerfalle mit Käse gebaut. Wir werden sehen.
Und als ob das noch nicht genug wäre, lief heute ein Verkäufer den ganzen Tag mit Megaphon, flachen, getrockneten, toten Ratten und Rattenfallen durchs Dorf. Aber ich nehme es mit Humor.
Nach all den Mäusen, nach stundenlangem Listen schreiben, Brot backen, Kochen, Abwaschen, war ich lange spazieren. Es war sehr schön! Jetzt tun mir aber die Füsse weh und ich bin müde.

Antibiotika, Antibiotika … das sind die beliebtesten Medikamente. Omar zum Beispiel nimmt im Schnitt viermal pro Jahr Antibiotika. Wenn ein Baby ein rotes Füdli hat, bekommt es einfach ein Pilzmittel, als Tablette. Das wird schwierig und wahrscheinlich etwas hoffnungslos. Aber, aber … eine Tablette weniger, ist eine Tablette weniger.
Liebe Suzann, wahrscheinlich bin ich an deiner Mäusephobie mitschuldig. Als kleines Mädchen solltest du im Keller Kartoffeln holen. Du kamst ohne Kartoffel, mit der Begründung es liege dort etwas Pelziges……herzlich Mue