Krise

Heute ist der grosse Tag der Krise. Die Eröffnung des Centres war vorgesehen für Mittwoch. Gestern teilte uns Omar mit, dass er heute mit dem Dorfchef zum Präfekt von Foumban geht, wegen der Eröffnung. Ich war zusammen mit den Frauen im Centre, wir haben Kommunikation geübt, über den inflationären Einsatz von Antibiotika in Kamerun diskutiert und Lavendel und Rosmarin gesäät. Wir waren also, alle bester Laune, am sääen, als der Monsieur Chef und Omar mit dem Auto vorbei fuhren. Freudige Begrüssung unsererseits, betretene Gesichter ihrer seits. Der Präfekt habe erklärt, dass wir zwar von ihm aus eröffnen können, aber nicht ohne den neuen Minister für Gesundheit in Yaounde gefragt zu haben. Nun waren auch unsere Gesichter betreten.

Die Frauen waren der Ansicht, dass Der Dorfchef noch heute nach Yaounde fahren soll und morgen zum Minister gehen muss. Gut, der Dorfchef war bereit zu fahren. Aber er kann erst morgen gehen, da er noch ein Papier vom Präfekt braucht. Dass man das schon heute hätte verlangen können, das ist natürlich zu viel verlangt. Dänu war … kann man nicht mehr wirklich beschreiben. Aber es kommt noch besser. Nachdem der Austausch immer heftiger und lauter wurde, kam dann heraus, dass der Grund, dass man die Bewilligung des Ministers brauche die fehlende staatlich diplomierte Pflegefachperson mit fünf Jahren Berufserfahrung ist. Super, bis heute wurde uns gesagt, das sei kein Problem, man könne das nachholen und trotzdem eröffnen. Wir hatten mehrmals auf diesen Makel aufmerksam gemacht und ja, wir hätten schon länger intensiv suchen können.

Vielleicht müssen wir jetzt doch auf die fürchterlichen Masken hoffen.

Nun haben wir sämtliche Komtakte in Kamerun auf die Suche nach einer staatlich diplomierten Pflegefachkraft mit fünf Jahren Erfahrung geschickt. Einige würden jetzt sagen, da hilft nur noch abwarten und beten. Andere, dass auch das nicht hilft. Und der Dorfchef findet, si dieu veux.

Heute sind die Welten, die uns trennen, mit grosser Wucht aufeinander geprallt. Sachen, die uns selbstverständlich scheinen, sind es nicht.

Aber dafür, dank Dänu, der in seiner Krise etwas tun musste, ist jetzt die Wohnung mäusesicher. Er hat alle Türen mit Eisenplatten abgedichtet.

3 Kommentare zu „Krise“

  1. Oh je! I wünschen ech gueti Närve u dass gly sone Pflegefachchraft gfunge wird! Drücke Tüüme! Immerhin chasch jtz müsefrei schlafe 🙂 Muntsch dir u em Dänu

  2. Liebe Suzann, warum kannst nicht du diesen Posten vorübergehend besetzen? In der Zwischenzeit könnt ihr eine entsprechende Fachkraft suchen. Oder werden vielleicht Schweizerdiplome und Erfahrungen nicht anerkannt? Wäre ja noch speziell, oder? Herzlich Mue

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