Heimweh

Ich hatte gar nicht gewusst, dass einen Heimweh so intensiv überfallen kann. Es hat. Die Tränen sitzen dauernd zuvorderst und die Frage, die hier den Alltag dominiert: „wie geht es?“ wird zur Tortur. Die einzige Möglichkeit dem zu entfliehen war Aktivität. Also habe ich geputzt und geputzt. Dazu habe ich laut Musik gehört. Zuerst Boney M., das war gut, dann die Filmmusik von Chat Noir, Chat Blanc, das hat die Tränen Kanäle geöffnet. Mit Spliff konnten die Tränen wieder trocknen.

Ich habe den Chef kennengelernt. Er ist sympathisch. Er war am Maiskörner für die Saat ablösen. Die obersten Körner liess er am Kolben, die seien zu leicht zum Sähen und würden vom Wind weggeblasen. Er erzählte mir, dass er immer drei Körner pflanzt. So können die Vögel ein Korn fressen. Der Präsident der Reis Kooperation kam noch vorbei und bot mir einen Rundgang durch die Kooperation an.

Der Präsident von der Reiskooperation zeigt mir seine Telefonnummer.

Und endlich hatte ich etwas Zeit im Centre. Es gibt noch viel zu tun und es wird gut sein, wenn ich endlich dort bin. Das Gebäude ist sehr schön, Beton, Stahl und Lehmsteine. Innen ist es in diskreten Farben gekalkt. Das Dach trägt zu hundert Prozent die Schrift von Dänu. Omar hat erzählt, dass immer wieder Leute von der Strasse runter kommen und fragen woher dieses Dach sei. Ich werde noch Fotos machen und euch zeigen. Heute hatte ich aber keine Zeit, beziehungsweise nicht daran gedacht. Ich bin nämlich mit dem Meter bewaffnet durch die Räume getiegert und habe versucht herauszufinden wie wir die vielen Sachen unterbringen können. Es wird eine Herausforderung, denn es ist ein kleines Centre und es sind viele grosse Möbel. Aber ich freue mich.

Zurück in Koutaba, war ich bei Zenabu, die für mich zwei Röcke genäht hat. Nun bin ich neu eingekleidet. Danach war ich noch etwa ein einhalb Stunden spazieren (ich hatte im Internet gelesen, dass Aktivität gut sei gegen Heimweh).

Impressionen

Das Spazieren war lustig. Das ist etwas was die Leute hier nicht kennen. Alle paar Meter wurde ich gefragt wo ich hingehe. Wenn ich dann sagte, dass ich es nicht wisse, dass ich einfach gehen möchte, mich bewegen, dann entschieden sie: „ah, du machst Sport“.

3 Kommentare zu „Heimweh“

  1. oh, liebi suzle
    ig cha guet nachefüehle, wie‘s ein überchunnt mit längizyti! ig drücke di ganz ganz fescht vo wyt wäg.

    ha grad e passende spruch derzue gläse:
    wäre es einfach, würde es jeder machen.

    muntsch

  2. hey mini liebi cousine
    ds käthi het mer di blog zeig u isch mega cool zum läse! dänke fescht a di u drücke di um so feschter!
    dicke muntsch mare

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