Es gibt viele Möglichkeiten diesen Tag zu feiern. Ich war in meinem Praktikum. Ich war die einzige arbeitende Frau dort. Am heutigen Tag haben im Centre nur die Männer gearbeitet. Die Frauen waren am Frauenfest. Das hat mich beeindruckt. Wenn ich da an die Schweiz denke, weiss ich nicht, ob ein Spital, Heim oder sonst etwas in der Art das bieten könnte, möchte, würde. Alle Frauen sind freigestellt. Die Hebämmer, Pflegefachmänner, Pfleger und Ärzte übernehmen gemeinsam die Pflege der Patientinnen und Patienten.
Ausser einem Schock am Morgen, eine Frau wurde ohne Anästhesie genäht (O-Ton: Nach einer Geburt braucht es keine Anästhesie, weil das Nähen dann keine Schmerzen bereitet.), war der Tag ziemlich ereignislos und langweilig. Ich habe die Zeit genutzt um Notizen für unser Centre zu machen.
Heute war mein letzter Praktikumstag und ich bin gar nicht traurig darüber. Für meine Begriffe ist es zu trostlos, zu schmutzig und zu rechthaberisch herrisch. Die Patientinnen und Patienten haben keine Rechte, keinen eigenen Willen und keine Möglichkeit ihren eigenen Weg zu gehen.

Und dann hatte ich auch noch ein wenig Frauentag. In einer Kneipe habe ich mit vielen, vielen Frauen getanzt. Ausser den strengen Musliminnen, der Koran verbietet ihnen anscheinend alle Feste ausser dem Ramadan, haben möglicherweise alle Frauen mitgefeiert.
Ich hatte eine kurze, heftige Heimwehattacke. Ich bin jetzt seit einer Woche in Koutaba und es scheint schon ewig her, dass ich in Zürich ins Flugzeug gestiegen bin, dass ich an der Felsenaustrasse Chrigu einen Abschiedskuss gegeben habe, dass ich mit dem Tesla zum Bahnhof gerauscht bin und mich in Zürich von Anna und Astrid verabschiedet habe.

Ich freue mich auf nächste Woche. Dann kann ich endlich richtig aktiv werden und bin weniger nur Zuschauerin.