Bafoussam

Der Tag begann mit Putzen. Morgen kommt Dänu, so habe ich die Wohnung geputzt. Das ist sehr aufwändig! Schon nur, bis genug Wasser im Kessel ist, um den Boden aufzunehmen, geht es ewig. Die Putzgeräte, ich meine nicht Staubsauger, Dampfreiniger und Co., die simplen, wie Besen, Kehrichtschaufel und Fegbürste, unbrauchbar. Aber ich habe es geschafft.

Geografische Orientierung für euch.

Danach fuhren Omar und ich nach Bafoussam um einige Besorgungen fürs Centre zu machen. Die Stadt hat mir sehr gefallen. Sie hat zwei gedeckte Märkte, den marché A und den marché B. Der Unterschied liege in der Qualität der Ware. Heute sind wir am marché A nur vorbei gefahren, aber ich werde ihn sicher bald besuchen. Wir waren in zwei Supermärkten, à la Afrika. Im Einen gab es eine Möbelabteilung mit Brockenstubenmöbeln, die aber zu Preisen verkauft wurden als wären sie neu. Zuerst war ich geschockt, dann rechnete ich ein wenig. Falls die Möbel tatsächlich aus Europa nach Kamerun geschafft wurden, ja, dann werden sie tatsächlich sehr teuer.

Bafoussam

Heute ist mein zweiter Mittwoch. Das heisst, wieder Markttag. Da ich mich nicht traue, einfach Fotos zu machen, versuche ich Euch den Markt zu beschreiben. Obwohl er eigentlich unbeschreiblich ist. Über die vielen Menschen und den Lärm habe ich schon oft geschrieben. Aber an diesem Tag gibt es noch etwas anderes, die Gerüche. Jeder Teil riecht anders. Mal liegt etwas würziges, ein wenig wie Curry, in der Luft, dann wird es abgelöst von gegrilltem Fleisch, vom Schweiss der Menschen, Bananenduft, alte Socken und je näher die Strasse kommt, Diesel … die Nase wird, wie auch die Ohren und die Augen, mit vielen Eindrücken gelockt, verscheucht, gefordert, überwältigt.

Die Augen können sich zwischendurch kaum satt sehen, all das Gemüse, die Stoffe, die Kleider, das Fleisch und widerliche kleine getrocknete Fische, die Frauen in ihren bunten Kleidern, mit den Babys am Rücken, die Männer in den kunstvollen Djellabas, die Kinder, die Mädchen mit eindrücklichen Frisuren. Heute habe ich die toten, flachen, getrockneten Ratten zum Glück nicht gesehen. Dafür weiss ich jetzt wozu sie dienen. Das ist ein Rattengiftverkäufer.

Die allgegenwärtigen Mottotaxis.

Ich möchte nicht mit den toten, flachen, getrockneten Ratten aufhören. Das ist gruselig.

Heute feiern die Borobos ihr Fest. Die Borobos sind eine der zahlreichen Ethnien, die hier leben. Sie sind Viehzüchter und leben im Busch. Die Frauen gehen für die Geburt ihrer Kinder alleine in den Busch. Mal kommen sie mit Kind zurück, mal ohne oder gar nicht mehr.
Das mit den Ethnien ist verwirrlich. Omar hat mir aufgeschrieben wer alles hier lebt.
Neben den Bororos leben auch noch die Foubles und die Haoussas von der Viehzucht. Die Foubles und Haoussas leben jedoch in der Stadt und geben ihre Herden den Bororos in Pflege. Die Anglophonen, eigentlich auch eine Gruppe aus verschiedenen Ethnien, sind Geschäftsleute, Prostituierte, Ärztinnen und Hebämmer. Die Bamilékés sind auch Geschäftsleute. Und Omar gehört zu den Bamoun, die in der Landwirtschaft tätig sind. Die Bamoun hatten, laut Wikipedia, bis 1884 ein unabhängiges Königreich hier im Noun. Das Königreich Bamum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert