Infirmière diplomé d’état

Das war ein Tag. Die intensive Suche nach einer staatlich diplomierten Pflegefachkraft hat sich gelohnt. Heute schon, stellte sich ein Mann vor. Ich bin mir nicht so sicher bei ihm. Er hat etwas machohaftes. Aber vielleicht ist es nur ein Vorurteil. Morgen kommt ein weiterer Mann, aus Foumban, Marie-Thérèse, kurz MT, die Mutter von Nérisa hat ihn vemittelt. Und möglicherweise kommt noch eine Frau aus Yaoundé zum Vorstellungsgespräch.

Ich gebe es zu, ich hätte viel lieber eine Frau. Ich hätte gerne ein Zentrum mit Frauenpower. Es macht mir ein wenig Angst, wenn die bestausgebildete und bezahlte Person ein Mann ist. Ich habe das Gefühl, dass die Hirarchie dadurch verstärkt wird. Die hiesigen Männer sind der Meinung, dass es im Team einen Mann braucht für die Autounfälle und ähnliches. Aber in Greys Anatomy schaffen das auch die Frauen. Da sollte es doch auch hier möglich sein.

Aber, die gute Nachricht ist, dass wir nun mit grosser Wahrscheinlichkeit am Freitag eröffnen. Es war alles in allem sehr eindrücklich wie einige Leute den Finger aus dem A… nahmen und wie alle, die wir um Hilfe gebeten haben, MT, Roger und Reginamaria Eder sofort bei der Suche mitgeholfen haben. Danke!
Der Präsident von der Reiscooperation, Père Innocent, Ngoundoup, ist mit dem Mototaxi losgefahren um verschiedene Centre de Santé zu besuchen und um Hilfe zu bitten.

Auf dem Balkon im ersten Stock finden die Vorstellungsgespräche statt.

Und ich? Ich habe weitere Papiere für das Centre produziert. Auf dem Papier ist es dort jetzt sehr sauber! Die Realität findet hoffentlich ab Freitag statt. Auch der Eintritt und der Austritt einer Patientin, eines Patienten funktioniert auf dem Papier perfekt.
Dann habe ich noch abgewaschen, Brot gebacken, bin mit dem Präsidenten der Reiscooperation spazieren gegangen, habe Vorstellungsgespräche geführt und rumtelefoniert.


Baschi.

Baschi ist ein Junge aus der Nachbarschaft. Er arbeitet hier vor dem Haus. Er wäscht Autos und Töffe und nimmt jede erdenkliche Arbeit an. Baschi war seit einer Woche nicht mehr in der Schule. Er durfte nicht mehr hingehen, weil er das Semestergeld, etwa 30 Franken, noch nicht bezahlt hatte. Er arbeitet, um sich die Schule leisten zu können. Er ist der fünft Beste in seiner Klasse. Er ist stolz darauf. Baschi liebt die Schule! Am Sonntag war Dänu bei seiner Mutter, sie hat vier Kinder, keinen Vater, der ist in den Norden gezogen, sie hat nichts. Dänu hat die 30 Franken für die Schule bezahlt, er hat das Geld aber nicht Baschis Mutter geben können, sie hätte es für wichtigere Dinge gebraucht. Nun geht Baschi wieder in die Schule und ist glücklich. Nach der Schule arbeitet er weiter als Auto- und Töffwäscher. Er spart für das nächste Semester, er gibt einen Teil seiner Mutter.
Wie Baschi arbeiten viele Kinder um ihr Schulgeld zu verdienen.

Das sind die Momente wo ich mir viel bewusster werde, wie gross unser Glück ist, in einem Land geboren zu sein, wo wir gratis in die Schule gehen können. Wir können uns den Luxus leisten, die Schule doof zu finden.

Selvie mit Adele und Susle

Ich wollte euch noch zeigen, dass es mich noch gibt und dass ich jetzt auch zu den Selviemithelferinnen gehöre.

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