Réunion

Damit ist nicht die Insel gemeint. Obwohl, die ganz schön sein soll. Aber halt auch von hier, sehr, sehr weit. Dann bleibe ich besser gleich hier in Koutaba. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie gut es mir tut im Centre zu arbeiten. Und ich sage euch, das ist Knochenarbeit.

Heute am Morgen habe ich die Aufgaben an die Frauen verteilt. Wir müssen putzen, einrichten und die Administration vorbereiten. Während bei den Einen der Auftrag einfach ankommt, braucht es bei der Anderen schon etwas mehr Nerven. Eine Aufgabe war, eine Liste der notwendigen Medikamente zu erstellen. Für mich eigentlich sehr klar, dass das von einer diplomierten Pflegefachfrau erledigt wird und nicht von einer Pflegeassistentin. Aber das mit den Medikamenten ist gefühlt das Einzige was die Damen am Centre interessiert. Nun gut. Ich dachte, ich hätte das geklärt. Aber als ich wieder ins Acceuil kam, war besagte Assistentin bei der Pflegefachfrau um über die Medikamentenliste zu diskutieren. Sie hatte riesige Angst, dass zuwenig Medikamente bestellt werden. Mein Hinweis, dass sie eine andere Aufgabe zu erledigen habe, wurde mit einem der wird erledigt, beantwortet. Im Patientinnenzimmer waren zwei Knaben aus dem Dorf dabei die Betten zu putzen. Sie hat sie kurzerhand engagiert um bei den Medis ja nichts zu verpassen. Was lernen wir daraus? Die junge Frau ist sehr innovativ.

Gegen Mittag kam die Schneiderin um die Arbeitskleider zu messen. Das nächste Hallo der Dame. Warum werden die Kleider nicht weiss, hier in Kamerun sind alle weiss. Darf ich dann in weissen Kleidern kommen?

Nun endlich zur Réunion. Habt ihr schon einmal eine Sitzung geleitet, in der alle Diskussionen in einer, euch unverständlichen, Sprache stattfanden? Ich kann euch nur sagen, das ist eine echte Herausforderung. Wirklich! Aber wir haben es geschafft Ressorts zu definieren und zu verteilen.

Vorbereitung der Register

Noch etwas zu den Registern. Wenn ihr je wieder jammert wir hätten zu viel Schreibkram, dann erinnert euch an die kamerunischen Register. Alle Eintragungen ins Patientdossier kommen noch ins Gesuundheitsheft der Patientin und in mindestens zwei Register. Es ist unmöglich, diese Register (wir werden sicher fünf haben) zu vereinheitlichen und in eines zusamnmen zu fassen. Das ist als wenn ihr etwas ganz, ganz Schlimmes machen möchtet, eine Art Sakrileg.
Die Register werden in riesigen Büchern (eines davon hat 1000 Seiten) angelegt. Mit Lineal und Kugelschreiber.

Aber es ist auch eine lustige Truppe, die viele Gefühle zeigt. Und heute war erst der zweite Tag der Zusammenarbeit. Ich habe noch viel, viel Zeit.

Acceuil

Am Donnerstag werde ich übrigens etwas ganz besonderes erleben. Gestern habe ich folgende Einladung erhalten:

Da wird man plötzlich VIP

2 Kommentare zu „Réunion“

  1. Liebe Suzann, da ist geschickte Führungskompetenz gefragt. Ein Doktortitel ist auf jeden Fall hilfreich! Mach’s guet. Herzlich Mue

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert