Putztag im Centre

Zuerst möchte ich Euch noch einmal danken für die schönen Kommentare. Ich freue mich jedesmal, wenn ein Neuer gekommen ist. Zwischendurch kommen zwar Spam-Kommentare, aber zum Glück weniger als echte. Regula fragt, ob sie die Adresse weiter geben kann. Da ihr den Blog gerne lest, habe ich weniger Hemmungen wenn auch andere ihn lesen. Also gebt sie weiter.

Rafiatou beim … ihr seht es ja selber
Ajara und Fatimatu

Omar war wieder einmal viel zu spät. Die schweizerische Pünktlichkeit, die er im Centre so gerne einführen möchte, gelingt ihm gar nicht. Angekommen im Centre steht schon eine junge Frau bereit. Mit Kleinkind am Rücken. Etwa zwanzig Minuten später kommt die nächste junge Frau. Mit Baby am Rücken. Und noch einmal etwas später die dritte junge Frau. Mit Baby am Rücken.
Ich war nicht ganz sicher ob sie den heutigen Tag als Kennenlerntag angeschaut haben und darum mit den Babys gekommen sind. Aber dem ist nicht so. Sie werden immer mit ihren Babys am Rücken arbeiten. Ich fragte sie, ob sie denn keine Angst haben, dass ihre Kinder sich irgendwelche Käfer einfangen bei der Arbeit. Aber laut ihnen gibt es auf dem Rücken keine Käfer. Die sind vorne.

Wir haben geputzt und eingerichtet. Das tat sehr gut. Endlich bin ich aktiv, endlich kann ich gestalten. Mit den drei Frauen war es lustig. Aber sie werden ziemlich harte Brocken werden. Sie wollen, dass alles so ist wie immer. Ich weiss nicht wie oft ich heute den Satz: „Aber in Kamerun machen wir das anders.“ gehört habe. Und ich habe den leisen Verdacht, dass ich diesen Satz in der nächsten Zeit noch oft hören werde.

Schwierig war es heute mit den Männern. Die sollten eigentlich mithelfen beim Rumtragen der schweren Möbel. Sie haben zwar getragen was ihnen aufgetragen wurde, aber kaum war das Möbel an seinem Platz waren sie wieder verschwunden. Dabei gab es noch mehr Möbel. Also, wieder anrufen. Und die Herren fuhren wieder 10 Kilometer von Koutaba mit ihrem Motorrad nach Ngoundoup um nach einem Möbelstück wieder nach Koutaba zu verschwinden und nach einem Anruf wieder mit dem Motorrad…

Am Feierabend bin ich spazieren gegangen. In Ngoundoup. Das war schön!!! So ruhig! Ich bin auf einen Hügel gestiegen und habe das Stockhorn gesehen.

Stockhorn
Riesenpilz

Die Pilze dort sieht man schon von weitem. Da musst du nicht mehr mühsam den Pilz suchen gehen. Er hat nur einen kleinen Nachteil, er ist etwas zäh. Er besteht aus Erde und drinn wohnen Termiten. Aber nach der Gemüsevielfalt auf dem Markt war ich bei meiner ersten Sichtung eines dieser Pilze nur mässig erstaunt über die Grösse. Ich freute mich auf das Pilzragout. Naja, es ist nicht immer alles, das wonach es ausschaut.

Gestern Abend habe ich für euch noch zwei Bilder gemacht. Praktisch jeden Abend gibt es keinen Strom. Manchmal nur kurz und eher öfter ein, zwei, drei Stunden. Ich dachte, als ich all meine Stromsachen einpackte, ich sei vielleicht ein wenig paranoid. Aber schaut selber, es hat sich gelohnt die einzupacken.

Badezimmerromantik.
Und dann ab ins Bett.

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