Das war eine super Idee! Eigentlich wollte ich zum Lac Bamendjimg, der liegt etwa dreissig Kilometer westlich von hier und muss sehr schön sein. Leider liegt der See aber in anglophonem Gebiet und es ist zu gefährlich dorthin zu gehen. So hat Omar einen anderen See, den Lac Petponoun ausgesucht. Dieser gehört jedoch einem Ressort und darf nur gegen Eintritt besichtigt werden. Und der Eintritt hats in sich! Wäre da nicht Susle dabei gewesen und hätte die nicht auf Googlemaps eine eintrittsfreie Lösung gesehen und fast daneben erst noch einen Kratersee, hätten die Anderen sich mit einer Kurzbesichtigung auf dem Weg zur Rezeption zufrieden gegeben.

Wir waren fünf Frauen, zwei Kinder und Omar. Unsere Proviant, Sandwichs mit Avocado, Tomaten, Peperoni und Erdnussfüllung, Folere, ein Saft aus Hybiskusblüten und Wasser. Als Wandervögel kann man die Frauen nicht bezeichnen, sie fanden bald, dass es gut ist und ein Schattenplatz und der Verzehr ihres Sanwichs für sie perfekt sei, Assana, die erklärt hatte, sie liebe das Wandern, legte noch weitere hundert Meter zurück um dann zu den anderen zurück zu kehren. Omar und ich stiegen auf einen Hügel, von dem ich glaubte, dass man den Kratersee sieht und von dem Omar glaubte, dass man ihn nicht sieht, weil nämlich nicht existent, er hatte rumtelefoniert um rauszufinden wo dieser See sein könnte und auch im Ressort hat er danach gefragt und ihm wurde versichert, dass der See nicht existiert.

Und seit heute kann Omar damit prahlen, dass er einen Kratersee kennt, der eigentlich nicht existiert. Schön! Anders als auf dem Mont Mbapit, liegt der See in Mitten ausufernd spriessender Natur. Dort will ich einmal einen Tag verbringen, mit der Hängematte im Gepäck.

Nach Seeschau, Wanderung und frühem Mittagessen, fuhren wir weiter auf einen Markt. Und es war der aller schönste Markt bis jetzt. Ein kleiner Ort, Mbamkouop, mit einem riesigen Markt jeden Freitag und einer Präfektur, nur über Pisten erreichbar.

Zu fünft sind wir Frauen (und natürlich noch die zwei Kinder, aber die waren auf den Rücken parkiert, wo sie nicht zählen) über den Markt geschlendert, Ramatou, die zum Teil in dieser Gegend gross geworden ist, kannte alle paar Meter jemand und auch Rafiatou, die wahrscheinlich sowieso ein wenig alle kennt, umarmte und umarmte, Ajara traf auch einen Bekannten, nur Assana, kannte niemand, denn ich wurde von einem Herrn mit einem – das ist lange her, dass du das letzte Mal vorbei gekommen bist – begrüsst.

Wir haben viel gelacht, wir haben auf einem Platz getanzt, wir sind etwas trinken gegangen und ich habe einen riesigen Mörser gekauft. Eigentlich waren wir alle schon ziemlich müde, aber es fehlte noch ein See und das Dorf, mit der Mutter von Ramatou. Also, Achtung fertig Los! Holper, holper … bis es nicht mehr weiter ging. Dann halt zu Fuss, ins Dorf zu Ramatous Mutter.

Die Freude war riesig und alle Dorfbewohnerinnen und -bewohner kamen zur Begrüssung und mit meinen paar Worten Bamoun konnte ich viele Punkte sammeln. Beschenkt mit Avocados und kamerunischen Kirschen, die weder wie Kirschen aussehen, noch wie Kirschen schmecken, jedoch etwa gleich gross wie Kirschen sind, wurden wir von den Leuten wieder zum Dorfausgang begleitet.

Auf dem Spaziergang zum dritten See, er hat keinen Namen, aber vor langer Zeit, hatte einmal ein Sultan dort gewohnt und von da gibt es noch eine Treppe, aber das war auf der anderen Seeseite, haben wir noch mehr Avocados aufgesammelt. Neben den Avocadobäumen wuchsen dort grüne Bohnen, Stangenbohnen, Maniok, Erdnüsse, Mais, Zuchettis, Bananen und vieles das einfach wächst (ich weiss, wir sagen dem Gjät). Der See war sehr romantisch. Mit Seerosen und mit zwei Fischern mit einfachen, schwimmenden Ruten.

Wir haben den Tag alle in vollen Zügen genossen! Für die Frauen war es etwas Besonderes, hier macht niemand einfach so einen Ausflug. Die Leute bewegen sich um etwas zu erledigen, oder um jemand zu besuchen, aber einfach so, das gehört nicht zum Programm.
Der Umgang der Frauen untereinander ist sehr herzlich, sie lachen gerne, necken sich gegenseitig und ich habe das Gefühl, sie sind überhaupt nicht nachtragend. Gleichzeitig erzählen sie auch von ihren Nöten und Problemen, sind offen, holen sich bei den anderen Rat. Ich glaube, die werden gut zusammen arbeiten und ich glaube auch, dass ich ihren Ehrgeiz etwas angestachelt habe, sie wollen ihre Arbeit gut machen.
Der kleine Arif war auch dabei. Ihm geht es wesentlich besser. Am Morgen war er noch etwas leidend und hat viel geschwitzt, aber am Nachmittag ist er dann aufgetaut und hat alle mit viel Charme und einem gkücklichen Lächeln um den Finger gewickelt. Ich bin so froh. Bei den vielen Todesfällen hier, hatte ich wirklich grosse Angst, dass Arif nicht überlebt.