Mein Bauch, es geht ihm wieder viel, viel besser! Die Reiskur gestern hat gestopft und ich habe nur noch ein kleines bisschen Bauchweh. Und so war ich heute wieder im Centre. Das war gut. Etwa um 10h00 kamen zwei Herren und haben uns den Strom abgestellt. Rechnung nicht bezahlt. Die Rechnung wurde gestern in den Stromkasten gelegt, es sei aber schon die zweite, die nicht bezahlt sei. Omar hat die Rechnung gestern aus dem Stromkasten genommen (die Erste hat sich anscheinend im Stromkasten aufgelöst, Omar fand keine andere Rechnung im Stromkasten) und angerufen, dass er heute bezahlen kommt. Wenn die Leute hier immer so schnell arbeiten würden, wie beim Stromabschalten, dann hätten sie viele, viele Probleme nicht mehr. Mit einer unauffälligen Geldspende hätte ich die Abschaltung verhindern können, aber die Sonne hat geschienen, wir brauchten kein Licht, das Centre ist noch nicht eröffnet, die Geräte laufen nicht, wir kochen mit Gas und die Boiler fürs Warmwasser sind sowieso noch ausgeschaltet.

Nachdem die Frauen gegangen waren, blieb ich noch im Centre. Ich geniesse die Zeit, in der ich nachdenken und fertig einrichten kann, ohne dass mir jemand dauernd die Sachen aus den Händen nimmt. Ich war im Behandlungszimmer, als ich draussen die Kinder hörte. Die Kinder kommen am Brunnen das Wasser holen, sie sind noch recht klein (zwischen sechs und vielleicht zwölf Jahren) und tragen Kessel und Kanister von etwa zehn Litern auf ihren Köpfen nach Hause. Der Brunnen ist der Treffpunkt der Kinder. Sie kichern, necken sich und nutzen den Moment um auf dem grossen RittiPlampi zu schaukeln. Ich ging hinaus um ihnen zu zu schauen. Ich war erst an der Tür, da kamen sie angerannt, elf Kinder, und dann standen sie vor mir und schauten. Sie standen da, sie schauten mich an, sie sagten nichts. Ich merkte, die gehen nicht mehr, die bleiben, wir können jetzt hier stehen bleiben und einander anschauen und nichts sagen oder ich biete ihnen etwas. Also fragte ich, ob sie das Centre anschauen wollen. Jaaa! Einstimmig. Nichts mehr mit Dastehen und Schauen, die Kinder kamen in Bewegung.
Erster Raum, das Badezimmer, mit Toilette, Dusche und Lavabo. Wow! Elfstimmig. Zuerst haben sie fasziniert das Lavabo studiert, dann ebenso fasziniert die Duschbrause mit Schlauch. Gebärzimmer. Wow! Elfstimmig. Und so wurde jeder Raum mit einem elfstimmigen Wow kommentiert. Dann entdeckten sie die Kiste mit den Stofftieren. Nun wurden die Wows häufiger und das Geplapper von vorher, als sie sich unbeobachtet gefühlt hatten, wurde fortgesetzt.

Leider mussten sie die Stofftiere wieder zurück in die Kiste tun, aber jedes Kind hat den kurzen Moment mit dem Stofftier in seiner Hand genossen. Dann legten sie alle Tiere zurück, bedankten sich und rannten zum Brunnen um ihre Wassergefässe fertig aufzufüllen und nach Hause zu tragen.
Egal wo ich gegen Abend durch spaziere, an jedem Brunnen sind dutzende Kinder, die Wasser holen.