Was bisher geschah…

Nichts. Nichts. Nichts.

So könnte man es sehen, im Moment. Aber so stimmt es natürlich nicht. Ein wirklich schönes Centre ist gebaut worden. Es ist eingerichtet, fast. Es hat Personal, fast genug. Es bekommt eine Bewilligung, bald.

Aber jetzt kommt der etwas verzweifelte Teil, der Teil der Nerven kostet, der Teil, der einen schneller altern lässt. Ihr wisst, dass wir auf der Suche nach einer infirmière d’état sind, ihr wisst dass eine Frau aus Yaoundé sich interessiert. Sie muss aber noch ihre Papiere legalisieren. Das heisst, sie muss die Papiere in der Schule für infirmières beglaubigen lassen. Heute hat sie den ganzen Tag dort gewartet. Gegen Feierabend konnte sie die Papiere abgeben. Morgen kann sie sie abholen, gegen 120’000CFA. Wir haben die Frau noch nie gesehen. Sie hat natürlich keine 120’000 CFA. Für die, die es nicht wissen, das sind etwa 240CHF. Und wie gesagt, wir haben diese Frau noch nie gesehen. Das heisst, ich versuche jetzt, jemanden in Yaoundé zu organisieren, der sie mit dem Geld begleitet.

Kurz, wir haben noch keine Papiere. Wir haben auch noch keine Medikamente. Das war heute dann irgenwie noch der Supergau. Für die Eröffnung des Centres brauchen wir noch einiges an Material, unter anderem Medikamente. Ich hatte Omar x-Mal gefragt, ob man die wirklich einfach holen kann. Er sagte ja, kein Problem.

Heute dann, sind Omar, Dänu und Adele nach Baffousam gefahren um die Medikamente zu holen. Wer staunt, wenn ich sage, dass niemand einfach in die zentrale Apotheke der Gesundheitsbehörde marschieren kann und ohne Bewilligung, für knapp 1’000CHF, Medikamente holen kann? Auch das Trio hat das nicht geschafft. Das war der nächste Eklat, nach dem Besuch vom Chef und Omar beim Präfekt in Foumban. Dänu, wieder an der Decke und immer verzweifelter.

Mbambeluh, wir glauben weiter an deine Eröffnung.

Während die drei in Baffousam zusammen, aber nicht mehr gemeinsam durch die Hölle gingen, warteten Assana und ich auf Monsieur Nfouapon. Er wurde von Marie-Thérèse geschickt.
Monsieur Nfouapon ist leider nicht infirmière diplomé d’état, aber Monsieur Nfouapon ist sehr sympathisch und weiss, wie man wann, wo und bei wem muss. Er ist zwar Pflegefachmann, aber nicht staatlich geprüft. Aber er will uns helfen. Als das Telefon über die Katastrophe in Baffousam uns erreichte, war der Kommentar der Beiden, Assana und Nfouapon: Logisch, dazu braucht es eine Bewilligung. Das heisst, das Wissen wäre vorhanden gewesen.

Monsieur Nfouapon

Das Problem ist, dass die Informationen nicht fliessen. Viele sagen dir das, was Du hören möchtest. Ich bekomme immer nur ein halbes Häuschen von einer Tafel Schokolade und das Häuschen ist wahrscheinlich auch noch von einer anderen Tafel.

Dänu kümmert sich morgen zusammen mit Monsieur Nfouapon und dem Chef du village weiter um die Bewilligung und Omar und ich arbeiten im Centre. Es gibt nämlich noch unendlich viel zu tun, wenn wir am Freitag eröffnen wollen. Und, falls morgen alles nicht klappt, haben wir doch etwas Konstruktives gemacht.

So viel gewartet wie hier in Koutaba, habe ich noch selten. Das fängt an mit der Pünktlichkeit und geht damit weiter, dass jedes Mal wenn du den Kopf drehst, die Leute weggelaufen sind.

Die Zeit heute, die ich mit Assana und Monsieur Nfouapon verwartet habe, war dafür sehr kurzweilig. Durch Nfouapon habe ich endlich einges über das System hier erfahren. Wenn ich Assana und ihm zugehört habe, war es nicht mehr erstaunlich, dass jemand, der vom Gesundheitswesen hier nur wenig weiss, überfordert ist und in die Fettnäpfchen tritt.

Ich, als staatlich geprüfte Kampfoptimistin, mit weit über fünfzig Jahren Erfahrung, glaube weiter, dass wir es noch schaffen. Die Frau aus Yaoundé … LiveTicker: Rabiatu, die Frau aus Yaoundé müsste 620’000CFA bezahlen. Sie hat sich zurück gezogen, beziehungsweise, sie nimmt sich mehr Zeit um eine günstigere Lösung zu finden. Assana hat mich grad informiert. Dänu schläft. Ich lasse ihn schlafen und euch auch.

Ein Kommentar zu „Was bisher geschah…“

  1. Liebi Susle
    Kann mir lebhaft vorstellen, wie schwierig es ist, unter diesen Umständen etwas auf die Beine zu stellen. Hoffe trotzdem, dass es morgen klappt! Und ja: ein ganz grosses Kompliment an deinen Blog, resp. an deine fantastische Schreibe!
    Lieber Gruss

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